Erntedank 2018

Erntedank 2018, 6.Oktober 2018, Evangelische Kirche Hausach, 10 Uhr
Spurensuche
Erntedankfest, weil wir allen Grund haben zu danken, da wir täglich satt werden. Erntedankfest, weil es ein wunderbarer Sommer war für viele Menschen. Erntedankfest aber auch im Bewusstsein, dass die Natur und die Landwirtschaft in diesem ungewöhnlich heißen Sommer stark gelitten hat, und es sehr viel Sorgfalt braucht, um das einzubringen, was gewachsen ist - von vielem auch zu wenig. Erntedankfest auch, um zu bedenken, dass von manchem zu viel da war, so dass viel Gutes einfach zertreten wird in einer Welt, in der viele Hunger leiden.
Lied: „Erd und Himmel sollen singen“ EG 499
Gebet:
Lieber himmlischer Vater, Schöpfer und Bewahrer unserer Welt,
wir sind hier, um zu danken und Dich zu loben,
wir sind hier, weil wir jeden neuen Tag genug Lebens-mittel haben, um satt zu werden,
aber auch alle anderen Dinge haben und genießen, die ein gutes Leben braucht.
Lass uns nicht vergessen, die dafür arbeiten, lass uns nicht vergessen, was wir beitragen können, damit alles im Gleichgewicht bleibt, lass uns nicht vergessen, dass Du es bist, der allem Ordnung gibt, damit im Wechsel von Wetter und Jahreszeit, von Sonne und Regen alles Wachsen möglich ist. Amen
Lied: „Laudato si“ EG 515/1-6
Spurensuche und die Geschichte vom Gärtner
Wer von Euch spielt gerne Detektiv?
Und beim Detektiv spielen kommt es doch vor allem darauf an, dass man Spuren findet und die Spuren auch lesen kann – oder? Z.B. der Detektiv findet am Tatort einen Ausweis. Einfach! Da weiß man ja gleich, wer der Täter war! Oder der Detektiv findet am Tatort ein Zugticket – das könnte ein Hinweis sein, woher der Täter kam. Oder der Detektiv findet am Tatort eine Brille – da kann man doch vermuten, dass der Täter ein Brillenträger ist? Spuren suchen, um festzustellen, wer verantwortlich ist. Z.B. auch am Nikolausabend, wenn es an der Türklopft und ein weißbärtiger Mantelträger kommt herein, der behauptet, dass er der Nikolaus sei. Wenn dieser alte Mann aber die Schuhe von Onkel Uwe trägt- dann steckt unter dem Bart und er Mütze in dem roten Mantel wahrscheinlich tatsächlich Onkel Uwe?!


Nun ist heute Erntedankfest – da geht es auch um Spurensuche und die Frage, wer denn der Urheber all der wunderbaren Sachen ist, die uns die Natur schenkt. Dann kann man in den Garten gehen und spuren suchen: Was findet man? Na ja, vielleicht ein Samentütchen vom Gärtner Burckhart oder vielleicht auch ein Döschen, in dem ihr die Blumensamen vom letzten Jahr gesammelt hattet. Gut – bringt uns das weiter? Wir wollen ja nicht nur wissen, wer die Tomaten oder die Blumen gepflanzt hat. Wir wollen wissen, wer das Ganze, diesen wunderbaren großen Garten Erde angelegt hat, der uns immer wieder die Lebensgrundlagen gibt.
Dazu eine Geschichte.
Zwei Männer schlagen sich durch die Wüste. Tag um Tag ist es heiß und trocken. Scheinbar kein Leben weit und breit. Doch eines Abends sehen sie von Weitem Bäume, Palmen, Blumen. Sie hören Vögel und sehen beim Näherkommen vielerlei Insekten. Wow, mitten in der Wüste ein toller Garten und in der Mitte des Gartens plätschert das Wasser, das alles erfrischt.
Der eine der beiden Männer sagt: „So ein schöner Garten. Wer hat wohl den Brunnen gegraben, wer die Blumen gepflanzt und wer kümmert sich darum, dass alles so schön in Ordnung ist?“ Der andere Mann sagt: Ich sehe keinen. Niemand da. Da ist niemand. Der Garten ist einfach so gewachsen. Das kann ja mal passieren.“ Da sagt der erste Mann:“ Nö, das glaube ich nicht! Wenn es einen Garten gibt, der so schön ist, dann muss es auch einen Gärtner geben oder auf jeden Fall jemand, der hier an dieser Stelle den Garten wollte und die Voraussetzungen dafür geschaffen hat.“ Sie streiten sich, sie setzen sich, sie essen von den Früchten des Gartens, sie trinken das erfrischende Wasser. Sie liegen im Schatten der Bäume. Da sagt der erste Mann wieder: „Ich wüsste doch allzu gerne, wer diesen Garten geschaffen hat. Ich würde ihm gerne danken. Er hat uns das Leben gerettet. Wir waren doch kurz vor dem Verdursten!“ Der zweite Mann ist satt und müde, er schließt die Augen und sagt nur noch: „Is´ mir egal“, dann schläft er schon, währen der andere immer noch staunt und sich freut und einfach glücklich und dankbar ist über diesen Reichtum in der Oase mitten in der Wüste.
Nun – die, die lieber schlafen und sagen: Is´mir egal, die sind heute Morgen nicht das. Wir sind von der Sorte wie der Mann, der nach dem Gärtner fragt und sich gerne bedanken möchte dafür, dass es genug zum Überleben gibt. Wir sind von der Sorte Mensch, die die Spuren sehen des großen Gärtners, der diese wunderbare Welt angelegt hat. Und die Spuren, die wir auf dem Altar gesammelt haben, könnte doch schon genug Hinweis sein. Wir sehen ihn nicht, den Gärtner, wir haben kein Bild von ihm und oft genug hören wir auch nichts von ihm, aber seine Spuren, seine Taten, seine wunderbare Arbeit, die er vollbracht hat, die ist deutlich zu erkennen, also sind wir hier, um dem Gärtner, dem Schöpfer des Gartens Erde zu danken, Gott zu loben für sein großes Werk, das uns am Leben erhält. Schön dass Ihr dass Sie da sind, um auch mit mir den Gärtner und Schöpfer des Gartens Erde zu loben für den tollen Job, den er für uns tut.
Jesus hat in der Bergpredigt in einigen Versen diesem Lebensgefühl Worte gegeben, mit dem wir der Welt als dankbare und beschenkte Menschen begegnen dürfen:

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Aber ist das denn überhaupt interessant, sich über die Dinge der Natur, über das Woher und Warum Gedanken zu machen. Sind das nicht alte Sachen und alte Fragen und die modernen Dinge sind viel spannender? Smartphone und Computer etwa – das sind Dinge, die heute modern und spannend sind. Dazu eine zweite Geschichte heute, die mir ganz gut gefallen hat:
Opa ist auch nicht von gestern
Der kleine Ulli fährt zu seinem Opa zu Besuch. Opa holt ihn am Bahnhof ab und will noch etwas einkaufen unterwegs. Aber er hat vergessen, was er wollte. Da sagt Ulli: „Mensch Opa, du solltest ein Smartphone haben wie Papa, dann könntest du alles abspeichern, was du brauchst und würdest nichts mehr vergessen.“ Zuhause bei Opa angekommen riecht es ein wenig angebrannt, Opa eilt in die Küche und Ulli ruft hinterher. „Mama hat einen computergesteuerten Herd, da kann nichts mehr anbrennen!“ Und dann fragt Ulli noch, ob es eigentlich schon Computer gab, als Opa noch jung war. Opa sagt nichts.
Aber nach dem Essen gehen sie spazieren. Da sagt Opa mit einem Mal: „Weißt du, das mit den Computern ist eigentlich eine uralte Geschichte! Auch als ich klein war, gab es schon Computer, ganz tolle Computer sogar. Ich glaube ich hab im Gartenhaus sogar noch einen rumliegen!“
Da wundert sich Ulli und fragt: „Hast Du den etwa selbst erfunden, einen richtigen Computer?“ Und Opa antwortet: „Nö, nö, den hat einer erfunden, der viel größer ist als ich.“ Da staunt Ulli, denn sein Opa ist doch fast 1,90m groß. Einer, der noch größer ist? Donnerwetter! Und dann sagt Opa:“ Ich kann dir sogar die Fabrik zeigen, in der die Computer hergestellt werden. Sie bauen jedes Jahr neue Computer und die Fabrik ist ein paar tausend Jahre alt.
Jetzt fängt Ulli zu zweifeln an. Vielleicht will Opa wieder mal ein Späßchen machen. Aber so sieht er gerade gar nicht aus. Am nächsten Tag, Ulli kann es kaum erwarten, gehen sie in Opas Gartenhaus und Ulli ist mächtig gespannt auf Opas Computer. Sie finden den Schlüssel hinterm Blumenkasten und schließen das Gartenhaus auf. Es ist staubig und riecht nach Erde. „Und da soll nun ein Computer sein?!“, denkt Ulli. Und sieht sich um. Hier gibt es ja nicht mal Strom. Wie soll denn da ein Computer funktionieren. Opa sagt: „Mit Sonnenenergie natürlich!!“ Und er sieht sich um und sucht und murmelt: „Wo ist er nur, hat ihn vielleicht die Maus gefressen?“
Nach einer Weile nimmt Opa Ulli an der Hand und sie gehen wieder nach draußen. Opa meint nur:“Vielleicht kann ich Dir das ganze ja auch draußen erklären“. Draußen sind Astern und Dahlien, aber auch Sonnenblumen. Ulli wird ungeduldig. „Was ist nun mit dem Computer?“ Da bückt sich Opa und hebt einen Sonnenblumenkern auf. „Hier, „sagt Opa“, das ist er! Du denkst jetzt bestimmt, dass das doch nur ein Sonnenblumenkern ist. Stimmt Aber was der sich alles merken kann! Er weiß, wie er sich verhalten muss, wenn er im Boden liegt. Er weiß, in welche Richtung er wachsen muss. In ihm steckt schon die Information, wie ein fertiges Sonnenblumenblatt aussehen muss. Dieser winzige Kern weiß auch, wie ein Stängel konstruiert sein muss, damit er nicht bricht im Wind. Er weiß, wie die Form der Blüte sein muss. Er weiß auch, wie man aus Wasser, Licht und Erde die Nährstoffe zubereitet, die die Pflanze zum Wachsen bringt. Und vor allem kann dieser Computer etwas, was der von deinem Papa und deiner Mama nicht kann: Jedes Jahr im Herbst produziert er viele hundert neue Sonnenblumenkerncomputer, die genau das gleiche können wie er.“
Jetzt ist Ulli aber baff, was Opas Computer alles kann. Opa fällt der Sonnenblumenkern zu Boden und ein Spatz pickt ihn auf und Opa sagt:“ Siehst du, das ist noch ein Vorteil. Die modernen Computer stehen nutzlos herum, wenn man sie nicht mehr braucht. Meine Computer schmecken den Spatzen und vielleicht sogar dir, wenn du sie knabberst.“ Jetzt sucht sich Ulli auch einen Sonnenblumenkern und steckt ihn ein. „Jetzt weiß ich, was ich Papa und Mama mit nachhause bringe: Einen Sonnenblumenkerncomputer. Den werde ich in eine Streichholzschachtel packen und sie überraschen. Die werden staunen!“

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Cara UHl beim vorlesen der Geschichte mit dem Opa.

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