Konfirmanden Einführung durch Gd.Diak. Petra Herold

Im Sonntagabendgottesdienst am 17.07.2011 wurde der neue Kofirmandenjahrgang der Gemeinde vorgestellt.

Alle 19 Konfirmanden haben eine entsprechende Kerze(siehe Bild) verziert und gaben dazu Information, warum sie das entsprechende Symbol auf der Kerze angebracht haben.

Konfirmanden 2011-2012

Kerzen der konfirmanden

Bilder von Rainer Waltersbacher

Weitere Biler finden Sie in der Bildergalerie unter Jugendarbeit!

Predigttext von Eva Prill:

Predigt zu Matthäus 22, 1-14

Das folgende Gleichnis ist eines von Dreien, in dem Jesus zunächst einmal die herrschende religiöse Oberschicht von damals warnen will:

Und Jesus fing an und redete abermals in Gleichnissen zu ihnen und sprach:

2 Das Himmelreich gleicht einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.

3 Und er sandte seine Knechte aus, die Gäste zur Hochzeit zu laden; doch sie wollten nicht kommen.

4 Abermals sandte er andere Knechte aus und sprach: Sagt den Gästen: Siehe, meine Mahlzeit habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh ist geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!

5 Aber sie verachteten das und gingen weg, einer auf seinen Acker, der andere an sein Geschäft.

6 Einige aber ergriffen seine Knechte, verhöhnten und töteten sie.

7 Da wurde der König zornig und schickte seine Heere aus und brachte diese Mörder um und zündete ihre Stadt an.

8 Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren's nicht wert.

9 Darum geht hinaus auf die Straßen und ladet zur Hochzeit ein, wen ihr findet.

10 Und die Knechte gingen auf die Straßen hinaus und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll.

11 Da ging der König hinein, sich die Gäste anzusehen, und sah da einen Menschen, der hatte kein hochzeitliches Gewand an,

12 und sprach zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen und hast doch kein hochzeitliches Gewand an? Er aber verstummte.

13 Da sprach der König zu seinen Dienern: Bindet ihm die Hände und Füße und werft ihn in die Finsternis hinaus! Da wird Heulen und Zähneklappern sein.

14 Denn viele sind berufen, aber wenige sind auserwählt.

Liebe Gemeinde,

Es ist noch nicht lange her, da hat Prinz Albert von Monaco seine Charlene geheiratet! Und das hieß tausende von Menschen kamen, manchmal schon Tage vorher, nur um einen Blick auf das Brautpaar zu erhaschen.

Und - so habe ich gehört- es gab Frei-Champagner für das Volk.

Wer hätte dafür nicht gern eine Einladung bekommen? Ein glänzendes Fest, erlesene Speisen, und atemberaubende Schmuckstücke, dazu das Herz bewegende Musik.

Aber uns allen war ja klar: wir werden nicht eingleaden. Denn hier hat nur jemand eine Chance, der entweder adelig oder prominent ist. Aber stellen sie sich einmal vor, Sie wären eingeladen worden – hätten Sie dann gedacht oder gesagt: geh ich nicht hin, ist es mir nicht wert, meine Arbeit ist wichtiger? – Unvorstellbar!

Das Gleichnis besteht eigentlich aus zwei Teilen (V. 3–7 und 8–13). Beide beginnen damit, dass der König Knechte aussendet, beide enden mit Katastrophen: die erste betrifft die Eingeladenen, die zweite einen Gast.

1. Teil: Gott lädt ein und keiner kommt:

Jesus möchte hier den Menschen einmal mehr das Reich Gottes mit Bildern näher bringen, die die Menschen damals verstehen konnten und die uns auch heute noch – zumindest teilweise – geläufig sind.

Gleich zu Beginn fange ich an zu staunen über die Freundlichkeit Gottes. Denn Jesus erklärt seinen Zuhörern, das Reich Gottes ist wie ein großes königliches Hochzeitsfest. Er malt uns das Bild eines einladenden Königs vor Augen, der möchte, dass sein Volk an seiner Freude teil hat.

Damals meinte Jesus das Volk Israel, das sich Gott ausgesondert hatte.

Bis hierhin ähnelt die Hochzeit der einer Adelshochzeit in unseren Tagen.

Nur die Auserwählten sind eingeladen.

Zu diesem Zeitpunkt, so stelle ich mir vor, sind die zuhörenden Juden noch völlig einverstanden mit dem, was Jesus sagt, denn sie verstehen die Symbolik ganz gut und wissen: sie sind mit den auserlesenen Gästen gemeint.

Doch bei den nächsten Worten beginnen sie ärgerlich aufzuhören. Denn Jesus erzählt weiter:

Viele wurden zur Hochzeit eingeladen. Als die Vorbereitungen beendet waren, schickte er seine Diener, um die Gäste abzuholen. Aber keiner wollte kommen.

4 Er ließ sie durch andere Diener nochmals bitten: 'Es ist alles fertig, die Ochsen und Mastkälber sind geschlachtet. Das Fest kann beginnen. Kommt!'

5 Aber den geladenen Gästen war das gleichgültig. Sie gingen weiter ihrer Arbeit nach.

Stellt euch einmal vor, ihr ladet euere Verwandtschaft zu euerm Konfirmationsfest ein und keiner kommt.

Das wäre schon der Hammer, oder?

Im Klartext hieß das für die Juden:

Ihr wurdet eingeladen und dieser himmlische Herrscher hat viel mehr getan, als jeder andere König tun würde: er ist seinen Gästen nachgelaufen. Hat sich mit einer Absage nicht zufriedengegeben. Aber ihr wolltet einfach nicht!“

An dieser Stelle ist das Gleichnis sehr aktuell, denn hier sind auch wir gemeint.

Wie viele Menschen unserer Zeit stehen der Einladung Gottes in seine Gegenwart gleichgültig oder sogar ablehnend gegenüber?

Auf diese Frage sind die immer leerer werdenden Kirchen eine deutliche Antwort.

Und wie war das bei uns? Haben wir gleich ja gesagt, als wir das erste Mal von ihm eingeladen wurden? Ich zumindest habe eine Weile gebraucht, bis ich mich darauf eingelassen habe.

Als Christen stehen wir immer in der Gefahr die Einladungen Gottes zu überhören oder auszuschlagen. Gott lädt uns immer wieder dazu ein, auf ihn zu vertrauen; aber wir wollen alles selbst in der Hand haben. Er lädt uns dazu ein, unsere Lasten bei ihm abzulegen; aber wir schleppen Wut, Neid und Verletzungen lieber selbst mit uns herum bis wir fast daran zerbrechen. Er lädt uns dazu ein, uns unsere Sünden von Jeus vergeben zu lassen aber wir leugnen lieber, dass wir Fehler gemacht haben und entfernen uns immer weiter von Gott.

Ihr Konfirmanden werdet in der kommenden Zeit im Konfirmandenunterricht immer wieder diesen einladenden Gott kennenlernen.

Und die Konfirmation selbst sollte eigentlich euere Antwort auf seine Einladung sein.

Jesus erzählt weiter:

Dann sagte er zu seinen Dienern: 'Die Hochzeitsfeier ist vorbereitet, aber die geladenen Gäste waren es nicht wert, an diesem Fest teilzunehmen.

9 Geht jetzt auf die Straßen und ladet alle ein, die euch über den Weg laufen!'

10 Das taten die Boten und brachten alle mit, die sie fanden: böse und gute Menschen. So füllte sich der Festsaal mit Gästen.

Diese Aussage scheint auf den ersten Blick ärgerlich zu sein:

die geladenen Gäste waren es nicht wert, an diesem Fest teilzunehmen.

Ist es bei Gott etwa so, dass es Menschen gibt, die es wert sind, an seinem Fest teilzunehmen und andere Menschen, die irgendwelche Voraussetzung dafür nicht mitbringen?

Schauen wir uns einmal näher an, warum der König dieses Urteil fällt.

Wir lesen nirgends, dass die Einladung an eine Bedingung geknüpft wäre. Diese Menschen sind nicht zu arm, nicht zu unbedeutend, nicht zu unterprivilegiert, nein – der einzige Grund, warum sie es nicht wert sind, an diesem Fest teilzunehmen ist der, dass sie selbst es nicht wollen. Niemand hat irgendwelche Kriterien aufgestellt, die sie nicht erfüllen, sondern sie selbst haben sich ins Abseits gestellt, weil sie eine Entscheidung gegen dieses Fest getroffen haben.

Das gilt auch für unser Leben. Lassen sie sich von niemandem einreden, sie seien vielleicht nicht eingeladen, zu Gott zu kommen, weil er sie aus irgendeinem Grund nicht auf die Gästeliste gesetzt hätte. Seien sie und auch ihr Konfis gewiss: sie/ihr stehen darauf. Er will sie dabei haben!

Nicht umsonst lesen wir im 1.Timotheusbrief, Gott will, dassallenMenschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Das Gleichnis macht weiter deutlich: Gott gibt nicht auf. Er läßt das Fest mangels Gäste nicht ausfallen, sondern er sucht sich andere Gäste, welche, die er bisher noch nicht eingeladen hatte.

Und wie er damals seine Boten, die Propheten, aussandte, so möchte er, dass wir los gehen und Menschen zu seinem Fest einladen.

Vielleicht denken sie jetzt: „Das kann ich nicht. Ich bin kein guter Redner und soo viele Erfahrungen im Glauben haben ich auch noch nicht gemacht.“

Aber das ist so, wie mit unseren Kindern: wir als Eltern werden beobachtet und sind Vorbild, ob wir wollen oder nicht. Alleine durch unser Verhalten, durch die Art und Weise, wie wir mit Menschen oder Problemen umgehen und in den unterschiedlichsten Situationen reagieren. So beobachten uns unsere Mitmenschen, wie wir unseren Glauben leben.

Es geht nur darum, das, was wir an Barmherzigkeit, Vergebung und Liebe erfahren haben, in Worten oder in Taten weiterzugeben. Denn nur, das was an uns echt ist nehmen und die Anderen ab.

Wir lesen:die Boten brachten alle mit, die sie fanden: böse und gute Menschen. So füllte sich der Festsaal mit Gästen.

Wir sollen uns beim einladen keine Gedanken machen, ob dieser oder jener wo möglich nicht geeignet wäre für das große Fest Gottes. Es gibt ja Menschen, bei denen können wir einfach nicht glauben, dass sie empfänglich sind für das Wort Gottes. Aber wir dürfen es getrost Gott überlassen, in den Herzen der Menschen zu wirken. Das macht er auf vielfältige Weise, und oft so, dass wir es uns gar nicht vorstellen können. Denn bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle.

 

 

2.Teil: Gäste kommen und Gott wirft sie wieder hinaus:

'Mein Freund, wie bist du hier ohne Festgewand hereingekommen?', fragte der König einen Gast. Darauf konnte der Mann nichts antworten.

13 Da befahl der König: 'Fesselt ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die Finsternis!

Als ich dieses Gleichnis im Frauenbibelkreis behandelte, riefe eine Teilnehmerin empört aus: „Das ist doch ungerecht. Die Gäste hatten doch gar keine Zeit, sich passende Kleidung anzuziehen! Und was ist mit denen, die sich keine festlichen Kleider leisten konnten?“

Eben aus diesen Gründen war es zu Zeiten Jesu üblich, dass der Gastgeber solche Festgewänder bereitlegte. Es war für jeden etwas da.

Davon einmal ganz abgesehen, bis ich der Überzeugung, Gottes Urteil über diesen Menschen ist nicht deshalb so hart ausgefallen, weil er keine Zeit oder kein Geld für Kleider hatte, denn damit hätte er sich rechtfertigen können. Sondern, weil er eben keine Antwort wußte.

Angemessene Kleidung wäre da gewesen, er hätte sie nur anziehen müssen.

Also gibt es keine Ausrede für ihn.

Was heißt das für uns?

Bereits beim Propheten Jesaja ist die Rede von diesem Hochzeitsgewand.

Dort steht:

„ Ich freue mich über den Herrn und juble laut über meinen Gott! Denn er hat mir seine Rettung und Hilfe geschenkt. Er hat mich damit bekleidet wie mit einem schützenden Mantel. „

Von Rettung und Hilfe ist da die Rede. Gemeint ist das, was Jesus Christus für uns Menschen am Kreuz getan hat, als er für unsere Schuld gestorben ist.

Er hat uns gerettet vom ewigen Tod und hilft uns damit zum ewigen Leben.

Wenn wir Jesu Opfer für uns annehmen, haben wirseinenSieg über Hölle und Tod „angezogen“. Wie sonst sollten wir vor Gott bestehen können? Durch unser Geld, unsere Leistungen unser Engagement in der Gemeinde? Nein – wir müssten verstummen, wie jener Gast in unserem Gleichnis. Wir hätten keine Antwort und wir würden sein Schicksal teilen.

Alle Menschen, ohne Ausnahme, sind wie die Gäste in Jesu Geschichte.

Wir sind alle eingeladen, aber es liegt an uns, ob wir die Einladung annehmen oder ausschlagen.

Daran ändert auch der Schlusssatz unseres Textes nichts:

Denn viele sind berufen, aber nur wenige sind auserwählt."

Das ist wieder so ein Satz, der uns innerlich rebellieren lässt, weil er so ganz und gar gegen unseren Gerechtigkeitssinn spricht.

Wieder stellt sich die Frage: sollte es also doch nicht unsere frei Entscheidung sein, ob wir nun glauben können oder nicht?

Ist es von Gott vorherbestimmt, wer dabei sein darf und wer nicht?

Dann ist es egal, wie ernst wir unseren Glauben nehmen, denn es ist so wie so schon entschieden, wo wir die Ewigkeit verbringen.

Auch hier muß ein entschiedenes NEIN entgegnet werden.

Im jüdischen Sprachgebrauch steht dieses „viele“füralleMenschen.

Also, berufen d.h. eingeladen sindalle Menschen, in Gottes Gemeinschaft, aber es würde nicht Gottes Art entsprechen, die Menschen ihres freien Willens zu berauben. Nein, er möchte keine erzwungene Liebeserklärung – damit wäre auch von uns niemand glücklich – was er möchte ist, dass wir aus freien Stücken, aus Liebe zu ihm kommen.

Nicht eine mysteriöse Vorherbestimmung, sondern das bewußte ablehnen der Einladung Gottes macht Menschen zu Nichterwählten.

Bei allen Mahnungen überwiegt für mich in dem Gleichnis das Bild vom König, der immer wieder einlädt, bis das Haus voll ist und alle Plätze besetzt sind.. Das Evangelium vom Königreich Gottes, ist eine einzige große Einladung und er freut sich über jeden, der sie annimmt.

Amen.